Go Red for Women® Herzgesundheit ohne Gendergap

Gemeinsam gegen den Gendergap bei Herzerkrankungen: 

Der Aktionstag „Go Red for Women®” am 6. Februar schafft Awareness für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen – und das aus gutem Grund. Erfahren Sie mehr über den Gendergap in der Medizin und wie Sie ihr Risiko für Herzerkrankungen besser einschätzen können.

Für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gibt es viele verschiedene Risikofaktoren – zum Beispiel Bluthochdruck (Hypertonie), erhöhter Blutzucker (Diabetes mellitus) Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie erhöhte „Blutfettwerte“ (auch: Lipidwerte oder Cholesterinwerte).1 Insbesondere erhöhte LDL-Cholesterin-Werte (LDL: Low-Density Lipoprotein) sind ein gut erforschter Risikofaktor, da diese zu Ablagerungen in den Blutgefäßen (Atherosklerose) führen. Das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich.2

Weibliche Sexualhormone haben bis zu den Wechseljahren eine eher schützende (protektive) Wirkung auf das Blutgefäßsystem. Bei einer Schwangerschaft oder mit Beginn der Wechseljahre fällt dieser günstige Faktor durch Veränderungen des Hormonhaushalts aber zunehmend weg – unter anderem, weil sich dadurch in diesen Phasen auch die Blutfettwerte verändern und z. B. das LDL-Cholesterin ansteigt.3, 4

Zur Risikokonstellation bei Frauen trägt des Weiteren bei, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ihnen oft erst später festgestellt werden als bei Männern. Außerdem erhalten Frauen seltener eine intensive Therapie, wenn diese Erkrankungen bei ihnen bereits bekannt sind – zum Beispiel Medikamente, die das Cholesterin besonders stark senken.3

Bei Frauen werden Warnzeichen für kardiovaskuläre (das Herz-Kreislauf-System betreffende) Erkrankungen, wie verengte Blutgefäße, häufig nicht richtig erkannt oder ernst genommen. Die unterschiedliche Wahrnehmung der kardiovaskulären Risiken von Männern und Frauen könnte auch daher rühren, dass Frauen z. B. bei einem akuten Herzinfarkt z.T. andere Symptome zeigen als Männer – sie haben zum Beispiel nicht immer die beim „männlichen Herzinfarkt“ typischen starken Brustschmerzen. Obwohl in Deutschland knapp 19.000 Frauen pro Jahr an einem Herzinfarkt sterben, werden Herzinfarkte bei Frauen oft später bemerkt und behandelt als bei Männern (im Schnitt sind Frauen circa 1 Stunde später in der Notaufnahme als Männer!).5

Folglich sollten Frauen ebenso wie Männer auf ihr Herz-Kreislauf-Risiko achten und dieses bei Bedarf von ärztlicher Seite abklären lassen, damit – wenn nötig – möglichst früh präventive Maßnahmen ergriffen werden können.

Wann sollten Frauen an einen Herzinfarkt denken?

Frauen zeigen z.T. unspezifischere Symptome bei einem Herzinfarkt als Männer. Daher werden sie oft später behandelt, was die Genesungschancen verschlechtern kann.5

Zu den Warnsignalen für einen Herzinfarkt gehören unter anderem:5

  • plötzlich eintretende Rückenschmerzen
  • Kurzatmigkeit/Atemnot
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Ziehen in den Armen
  • unerklärliche Müdigkeit
  • Depressionen

Wie schützen Sie sich und Ihr Herz?

  • Sie können einige der oben genannten kardiovaskulären Risikofaktoren selbst beeinflussen und negativen Entwicklungen entgegensteuern. Wichtig ist dabei, möglichst früh zu handeln. Besonders da viele Faktoren, wie etwa ein erhöhter Blutdruck, zunächst nicht spürbar sind, also erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome verursachen.
  • Gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und sprechen Sie gezielt das Thema kardiovaskuläre Vorsorge und Therapie an. Fragen Sie gezielt nach, falls es eine Vorgeschichte kardiovaskulärer Erkrankungen in Ihrer Familie gibt.
  • Lernen Sie, Ihr persönliches Risiko einzuschätzen, und lassen Sie Ihre Werte regelmäßig kontrollieren. Dazu gehören der Blutdruck und Blutzucker, aber auch ein Blick auf den Fettstoffwechsel (Lipidprofil) einschließlich Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin (HDL: High-Density Lipoprotein) und Triglyceriden.
  • Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung (z. B. fettarm, ballaststoffreich), Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie regelmäßige Bewegung (ca. 150 min/Woche) bilden die Grundlage einer kardiovaskulären Erkrankungsprävention.
  • Ihr Arzt oder Ihre Ärztin berät Sie auch zu möglichen medikamentösen Behandlungsoptionen, um z.B. den Blutdruck oder das LDL-Cholesterin zu senken.

Wussten Sie schon?

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle 3 Jahre Anspruch auf eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung. Dabei werden auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen abgeklärt. 18- bis 34-Jährige können auch schon früher einmalig eine solche Untersuchung in Anspruch nehmen.6

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Fazit

  • Bei Frauen werden kardiovaskuläre Erkrankungen im klinischen Alltag oft später diagnostiziert und weniger intensiv behandelt als bei Männern.
  • Daher ist es bei ihnen – insbesondere ab den Wechseljahren – wichtig, das Herz-Kreislauf-Risiko regelmäßig zu kontrollieren, präventive Maßnahmen zu ergreifen und falls nötig frühzeitig und ausreichend zu therapieren.

Quellen

  1. Deutsche Herzstiftung e. V. Schutz vor Herzinfarkt: Jetzt gegen „Big Five“-Risikofaktoren aktiv werden. Pressemitteilung 2025; unter: https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/weltherztag-big-five (abgerufen am 15.12.2025).
  2. Ference BA et al. Low-density lipoproteins cause atherosclerotic cardiovascular disease. 1. Evidence from genetic, epidemiologic, and clinical studies. A consensus statement from the European Atherosclerosis Society Consensus Panel. Eur Heart J 2017;38(32):2459–2472.
  3. Roeters van Lennep JE et al. Women, lipids, and atherosclerotic cardiovascular disease: a call to action from the European Atherosclerosis Society. EHJ 2023; 44:4157–4173.
  4. Kan Y et al. The impact of female sex hormones on cardiovascular disease: from mechanisms to hormone therapy. J Geriatr Cardiol 2024;21(6):669–681.
  5. Deutsche Herzstiftung e. V. Herzinfarkt bei Frauen: Diese Symptome sollten Sie kennen! 2025; unter: https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinfarkt/anzeichen/herzinfarkt-frauen-symptome (abgerufen am 15.12.2025).
  6. Gemeinsamer Bundesausschuss. Gesundheitsuntersuchungen („Check-up“); unter: https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/erwachsene/gesundheitsuntersuchungen/ (abgerufen am 16.12.20).

DE/CVD/12/25/0022

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