Die fünf wichtigsten Risikofaktoren für das Herz

Am 12. Juni ist „Tag des Cholesterins“. Das sollte auch für Dich Anlass sein, Dir über die Prävention von Herzerkrankungen Gedanken zu machen. Denn Dein Herz arbeitet jeden Tag für Dich. Gleichzeitig gehören Herzerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.1 Erhöhte Cholesterinwerte sind einer der sogenannten „Big Five“ der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren.2, 3 Erfahre hier mehr dazu und lerne außerdem, wie Du Herzerkrankungen selbst vorbeugen kannst.

Die „Big Five“ der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren

Eine große Studie hat untersucht, wie sich bestimmte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 50-Jährigen auf die gesamte Lebenserwartung und auf die Spanne der „herzgesunden“ Lebensjahre (Zeit ohne Herzerkrankungen) auswirken.2, 3  Das Ergebnis: Personen, bei denen alle 5 untersuchten Risikofaktoren vorlagen, verloren gegenüber Menschen ohne Risikofaktoren im Durchschnitt ca. 10–13 Jahre an Lebenszeit ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung. Außerdem sank deren Gesamtlebenserwartung um ca. 12–15 Jahre.

Der Fokus lag dabei auf den 5 Risikofaktoren, die maßgeblich darüber entscheiden, ob jemand eine Herzerkrankung entwickelt. Diese werden daher auch als die „Big Five“ der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bezeichnet.2, 3 

Risikofaktor 1:

Bluthochdruck (die sogenannte Hypertonie): Als Bluthochdruck (Hypertonie) gelten systolische Werte über 140 mmHg und/oder diastolische Werte über 90 mmHg.⁴  Der systolische Wert wird als erstes vom Blutdruckmessgerät angegeben; er entsteht, wenn das Herz Blut auswirft. Der diastolische Wert wird als zweiter Wert der Blutdruckmessung angezeigt, dabei wird der Blutdruck gemessen, wenn sich der Herzmuskel entspannt und füllt. Wichtig dabei ist: Gemeint sind die Werte in Ruhe und nicht zum Beispiel beim Sport!

Risikofaktor 2:

Erhöhter Blutzucker: Bereits bei nüchternen Blutzuckerwerten im Bereich von 100–125 mg/dl besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (aber noch kein Diabetes).⁵

Risikofaktor 3:

Rauchen

Risikofaktor 4:

Übergewicht: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich ab einem berechneten Body-Mass-Index von 25 kg/m².

Risikofaktor 5:

Erhöhte „Blutfettwerte“ (auch als Lipidwerte oder Cholesterinwerte bezeichnet): Vor allem erhöhte Werte des LDL-Cholesterins (LDL: Low-Density-Lipoprotein; auch als „schlechtes“ Cholesterin bekannt) erhöhen nachweislich das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte, weil sie Ablagerungen in den Blutgefäßen (Atherosklerose) fördern.⁶ Daher ist es wichtig, dass jeder seine Cholesterinwerte kennt und auch regelmäßig untersuchen lässt. Denn erhöhte Blutfettwerte verursachen keine Beschwerden und werden von den Betroffenen häufig erst erkannt, wenn es zu spät ist.

Was kannst Du tun, um einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen?

Die oben genannten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall kannst Du selbst beeinflussen – und dadurch ungünstigen Entwicklungen aktiv entgegenwirken. Und so geht es:

  • Vorsorge ist das A und O: Sprich Deine Ärztin oder Deinen Arzt gezielt an – besonders, wenn es eine Vorgeschichte von Herzerkrankungen in Deiner Familie gibt. Gut zu wissen: Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle 3 Jahre Anspruch auf eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung, bei der auch die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen überprüft werden.⁷
  • Werte kennen und kontrollieren: Lass Deine Blutwerte regelmäßig checken. Das beinhaltet den Blutzucker (Erkennung eines möglichen Diabetes) sowie das Profil Deiner Blutfettwerte. Dazu gehören das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin, das HDL-Cholesterin (HDL: High-Density-Lipoprotein, auch als „gutes“ Cholesterin bekannt) und Triglyceride. Bei Personen ohne bestehende Risikofaktoren sollte der LDL-Cholesterin-Wert bei ≤ 116 mg/dl liegen.⁸ Bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder die aus anderen Gründen ein sehr hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollte das LDL-Cholesterin in einen Zielbereich von < 55 mg/dl gesenkt werden – in der Regel mittels medikamentöser Behandlung.⁸
  • Lifestyleänderungen: Am besten beugst Du Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem gesunden Lebensstil vor. Dazu zählen – regelmäßige Bewegung, – eine ausgewogene Ernährung (z. B. fett- und zuckerarm, ballaststoffreich) sowie – der Verzicht auf Rauchen und Alkohol.
  • Rücksprache mit Arzt/Ärztin halten: Wenn z. B. Deine Cholesterin- oder Blutdruckwerte trotz einer Änderung des Lebensstils zu hoch bleiben, kann Deine Ärztin/Dein Arzt Medikamente empfehlen und Dich beraten – z. B. zu Statinen (LDL-Cholesterin-Senkern) und Blutdrucksenkern.

Du musst natürlich nicht auf alle Annehmlichkeiten im Leben verzichten und sportliche Höchstleistungen erbringen, um Deiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Am besten beginnst Du mit kleinen Zielen im Alltag, die sich gut erreichen lassen: Stelle zum Beispiel Deine Ernährung auf mediterrane Kost mit weniger tierischen Fetten um und/oder mache täglich einen 10-minütigen Spaziergang. Mehr Spaß macht es, wenn Du gemeinsam mit Deinem Partner/Deiner Partnerin oder mit Freunden/Freundinnen Sport treibst.  Falls Du rauchst, können Apps zur Rauchentwöhnung beim Aufhören helfen.

Warum sich Prävention für Dein Herz und somit für Dich lohnt

Eine Studie zeigt, dass sich die oben genannten Veränderungen des Lebensstils – auch noch im höheren Lebensalter – positiv auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirken können.2,3 Dabei konnten Personen zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr, die ihren Blutdruck senkten und das Rauchen aufgaben, ihre Lebenserwartung verlängern. Im Schnitt traten Herzinfarkte und Schlaganfälle bei ihnen außerdem später auf als bei Menschen, die weiterhin rauchten und ihren Blutdruck nicht verbesserten. Wenn Du alle 5 Hauptrisikofaktoren reduzierst, kannst Du nicht nur Deine Lebenszeit ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlängern, sondern auch Deine gesamte Lebenserwartung. Jede Verbesserung zählt – auch in kleinen Schritten. Und es gilt: Je früher Du Deine Risikofaktoren reduzierst, umso besser!

Quellen:

  1. Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga. Tag des Cholesterins (2024); unter: https://www.lipid-liga.de/fuer-aerztinnen/kampagnen/ (abgerufen am 22.04.2026).
  2. Magnussen C. Diese fünf Risikofaktoren verkürzen Ihr Leben (2026); unter: https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/herzmedizin/fuenf-risikofaktoren-verkuerzen-leben (abgerufen am 22.04.2026).
  3. Magnussen C et al. Global Effect of Cardiovascular Risk Factors on Lifetime Estimates. N Engl J Med 2025;393(2):125–138.
  4. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Hypertonie (2023) – Langfassung; unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-009 (abgerufen am 23.04.2026).
  5. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes (2023) – Langfassung; unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001 (abgerufen am 23.04.2026).
  6. Ference BA et al. Low-density lipoproteins cause atherosclerotic cardiovascular disease. 1. Evidence from genetic, epidemiologic, and clinical studies. A consensus statement from the European Atherosclerosis Society Consensus Panel. Eur Heart J 2017;38(32):2459–2472.
  7. Gemeinsamer Bundesausschuss. Gesundheitsuntersuchungen („Check-up“); unter: https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/erwachsene/gesundheitsuntersuchungen/ (abgerufen am 23.04.2026).
  8. Mach F et al. 2025 Focused Update of the 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: Developed by the task force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Atherosclerosis Society (EAS). Eur Heart J 2025;46:4359–4378.
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